From Sickness To Fitness – AngeLove Nutrition und meine Essgeschichte

Hinter dem Namen AngeLove Nutrition steckt sehr viel mehr als es der erste Blick erahnen lässt. Ernährung hat mich schon immer begeistert und sie beschäftigt mich tagtäglich. Ich habe selbst lange Zeit mit verschiedenen Ernährungsmethoden herumexperimentiert. Gefühlt habe ich jedes Buch und unzählige Online Artikel über das Thema gelesen. Man kann sagen ich bin ein richtiger Ernährungs-Nerd.

Ich habe mich vor über einem Jahr dazu entschieden „Fitness Nutrition Specialist“ zu werden um mein Wissen zu erweitern, zu vertiefen und im Anschluss verbreiten zu können. Meine Ausbildung habe ich im November 2014 erfolgreich abgeschlossen. Das Konzept von „Flexible Dieting“ hat mich besonders begeistert. Dieses Konzept hat mir geholfen meine Essstörungen zu überwinden und mich balancierter und mit Genuss zu ernähren. Ernährung ist etwas, dass wir wie viele andere Dinge viel zu häufig als selbstverständlich ansehen. Mein Wissen und meine Erfahrungen möchte ich nun weitergeben.

 

Ein paar Monate vor der OP – glücklich, fit und nichts erahnend.

Ein paar Monate vor der OP – glücklich, fit und nichts erahnend.

Meine heutige Philosophie ist, dass Ernährung vor allem Spaß machen sollte ohne dabei die Ziele aus den Augen zu verlieren. Das war aber nicht immer so. Hier in Kurzem meine Geschichte:

Meine Leidenschaft hat angefangen als ich 17 war und unbedingt abnehmen wollte. Dann habe ich es mit der Dukan-Diät (extrem low-carb und low-fat) versucht. Im Grunde Habe ich mich nur aus Proteinquellen ernährt. Ich habe selbstverständlich Angst vor Kohlenhydraten und Fetten entwickelt und so auch eine Essstörung die mich jahrelang in verschiedenen Formen begleitet hat.

Bis auf 50kg habe ich mich in dieser Phase runtergehungert. Sitzen hat damals wehgetan, weil ich meine Hüftknochen spüren konnte. Ich habe dann aus Frustration, dass ich nicht weiter abnehme und aus Angst dass ich wieder zunehmen werde mich in einem Fitnessstudio angemeldet und mit Kraft- und Cardio-Training angefangen.

Gut, dass ich es gemacht habe, denn dort habe ich meine Liebe fürs Krafttraining und Bodybuilding gefunden. Außerdem habe ich meine Ernährung mit der Hilfe eines Ernährungscoaches umgestellt. Zu dieser Zeit habe ich mich relativ gut ernährt, ich habe ‚clean‚ gegessen und ab und zu ‚gecheatet‘. Ich bin auch einem strikten Ernährungsplan gefolgt. Und so hat sich meine Essstörung verwandelt. Ich hatte keine Magersucht mehr, sondern Orthorexia Nevrosa (Angst vor ungesundem Essen), was sich später zum Binge-Eating-Syndrom verwandelt hat. So habe ich jahrelang zwischen ‚clean eating‘ und ‚cheating‘ gelebt und trainiert.

Mein Gewicht und mein Body-Image sind auch hin und her gewandert. Ich habe in den nächsten Jahren alles ausprobiert : Primal, Vegan, Vegetarsich, Paleo, Paleo und Zone, Clean Eating, Intermitten Fasting, the Renegade Diet, Carb Backloading, die Empfehlung der deutschen Gesellschaft für Ernährung… Es hat immer etwas gefehlt und ich bin immer wieder in Völlerei und ‚Cheat‘ Phasen verfallen.

Der Höhepunkt meiner Essstörung war letztes Jahr als ich mit einem Bandscheibenvorfall und daraufhin mit einem Hirntumor diagnostiziert wurde. Ich habe dann mit dem Training aufhören müssen, da die Ärzte ein Verdacht auf eine Kavernom hatten (später hat es sich herausgestellt, dass es doch ein Tumor war). Ich habe innerhalb von ein paar Monaten extrem zugenommen – Frustration und Frusstessen waren mein neuer Alltag.

 

Bilder oben: Genau vor einem Jahr war ich 10kg schwerer, eine ganze menge unglücklicher und ich sah keinen Ausweg von meiner Unfitness. Bilder unten: 7 Monate später war ich wieder motiviert zum Training und zum Lernen und anderen zu helfen und inspirieren.

Bilder oben: Genau vor einem Jahr war ich 10kg schwerer, eine ganze menge unglücklicher und ich sah keinen Ausweg von meiner Unfitness.
Bilder unten: 7 Monate später war ich wieder motiviert zum Training und zum Lernen und anderen zu helfen und inspirieren.

Gott sei Dank ist alles gut gelaufen.

Dieses Bild wurde ein paar Monate nach der OP aufgenommen. Es hat mir viel Überwindung gekostet diese Bilder zu machen und meinen Körper honorieren zu lernen, genau so wie er ist. Bild: Andy Heuer Location: Hof Ludwig

Dieses Bild wurde ein paar Monate nach der OP aufgenommen. Es hat mir viel Überwindung gekostet diese Bilder zu machen und meinen Körper honorieren zu lernen, genau so wie er ist.
Bild: Andy Heuer
Location: Hof Ludwig

 

Ich habe meinen Weg zur Ausgeglichenheit und einem gesunden Gewicht durch Zufall gefunden, kurz nachdem ich wieder mit dem Training angefangen hattee. Ein paar Wochen danach habe ich meinen Abschluss in Ernährung absolviert (Specialist in Fitness Nutrition, ISSA).

Flexible Dieting – ein Konzept dass mich sofort begeistert hat. Man kann alles essen – nichts ist verboten. Das ginge allem was ich bisher über Ernährung gehört hatte entgegen, war aber genau das Richtige für mich. Ich habe es sofort ausprobiert und habe mich seitdem ins Thema ‚Flexible Dieting‘ vertieft und spezialisiert. Vor allem finde ich das Thema Flexible Deiting für Athleten sehr interessant, da sie sehr oft an Essstörungen leiden.

Ich habe gelernt wie man nur ein Stück Schokolade isst, statt die ganze Tafel, wie man Essen absagt ohne dass man sich beraubt fühlt und wie man eigentlich besser isst wenn alle Optionen offen sind! Ich habe nun über 8kg, aber keine Kraft verloren (außer in den Monaten wo ich nicht trainiert hatte) und fühle mich wieder wie mein normales Ich. Flexible Dieting hat sich für mich als das beste Ernährungsstil überhaupt bewiesen und hat mein Leben (aber nicht nur meins) verändert.

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